"Intro", Köln
03/02
Kritik zu "Bossa Nova"
"Heute ist nicht dein Tag, und das schon viele Jahre lang."
Nicht immer nimmt Sänger Kreuder so harte Fakten in den Mund,
eigentlich gibt er sich eher kryptisch. Es geht um Gehen und Bleiben,
um Orte und Zeit, um Liebe und Glück. So genau weiß man das nie. Aber
nicht die Worte, vor allem die Musik zeigt, da ist ein Licht am Ende
des Tunnels.
Das Quartett durchdenkt seine Songs, gibt ihnen Raum,
lässt sich Zeit und verschafft sich eine sehr angenehme, ruhige
Atmosphäre, die an das aktuelle Samba-Album erinnert.
Selten
klingen Gitarren so harmonisch, denn Busch haben viele von diesen alten
Brit-Pop-Platten aus den achtziger Jahren gehört und daraus im
Proberaum die Konsequenzen gezogen. Mit sehr zurückgenommenem Gesang
und einem verlegenen Schlagzeug, damit sich die schwerelosen, in
Nostalgie schwelgenden Gitarren nicht gestört fühlen. Man hört sie hier
alle, die frühen Primal Scream, manchmal auch die Pastels und die
Bodines, [...]. Es sind Gitarren-Arrangements wie in Smiths-Songs like
"Some Girls Are Bigger Than Others", die nach fünf Jahren Pause für das
dritte Busch-Album "Bossa Nova" charmant geklaut wurden. Damit man mit
Songs wie "Ausser Atem, Ausser Dir" den ganzen Tag verbringen möchte,
weil man sie schon nach dem ersten Hören so angenehm im Ohr behält.
Autor: Michael Brandes


