Lifestyle/Trier
Welch' ein Album. Welch' Texte. Bis auf die schreckliche Missverständlichkeit des Bandnamens gibt es auf "Bossanova" keine Harmonie, kein Wort, das nicht ganz nah dran an der Erfüllung der Musik schwebt. Eine britische Pop- und deutsch ausgedrückte Zustands-Geschichte der letzten achtzehn Jahre in einer Leichtigkeit der Frank and Walters [...]. Jeder Satz eine stolze Quengelei, ein berechtigtes Einfordern von Dingen, die einem doch vielleicht selbstverständlich zustehen. Vielleicht, vielleicht. "Ich soll gehen, doch ich mag nicht..." Charmantere 45 Minuten gibt es auf diesem Planeten nicht. Weil es eben nicht pathetisch, sondern rechtens ist. Wer auch nur drei britische End-Achtziger-Platten sein Eigen nennt oder in der Lage ist, vor schönen Worten auf die Knie zu gehen, der kaufe sich diese CD. So leidenschaftlich, so larmoyant. "Verhungert oder verdurstet: Nein, nein, nein, es ist nicht egal!" Lieder wie Gras, nass vom Sommerregen. Stürmisch, leidend, ironisch, großartig. Begnadet, nicht beneidet.
Anspieltipps: "Außer Atem, außer dir", "Seitdem ich weiß, wie Mozart starb", "Kommt und geht" und "Platz für mehr".
Fazit: Ich will eine Frau, die so ist, wie diese Platte. Muss ich mehr sagen?
Wertung: 5 von 6 Schallplatten


