[...] die Art, mit der Kreuder(ja, dieser Mensch verzichtet als Musiker
[...] auf seinen Vornamen) in seinen hochintelligenten, lakonischen
Texten von einem Leben als Außenseiter, von jugendlichem Aufbegehren
und (natürlich) dem Verliebtsein erzählt, der unbekümmert-leicht
vorantreibende und trotzdem schwermütige Gitarrensound und sogar das
reduzierte Cover-Artwork (mit dem Portrait eines jungen Mannes), all
das spricht hier doch irgendwie für sich. [...] Bloß: Kreuder singt auf
deutsch. Und wie! "Heute ist nicht dein Tag / und das schon viele Jahre
lang. / Und wenn du sagst: Das wird., dann sag auch wann.", "Ich will
atmen, nicht nur leben / nicht nur jung und ratlos sein", / "Ich habe
ein Gesetz / mir sehr wohl bekannt / verletzt. / Du sollst nicht haben
wollen / was du niemals kriegst.", "Angezogen wird nur der / der an die
Schwerkraft glaubt." oder "Nicht deine Welt / viel zu laut und viel zu
grell, / Du bist erst ein Held / wenn du fällst / das weßt du." Kurzum:
Es wird einem aus der Seele gesprochen und zwar mit einer derartigen
Dringlichkeit, dass einem die Sonne im Herzen aufgeht. Erbauliche
Melancholie erster Güte. (9/10)
Manuel Fraunhofer


